Verein

Die Geschichte unseres Vereins

Kultur- und Freizeitfreunde e.V. Bad Staffelstein

Sie begann an einem Dienstag: am 20. Juli 1946.

Der 2. Weltkrieg war gerade mal 14 Monate beendet und die Erinnerung der Menschen an diese furchtbaren Jahre des Leidens und Sterbens, der Entbehrung, des Verlustes von Angehörigen und Freunden, von Heimat und Hoffnung war noch so frisch wie in all den Kriegsjahren selbst.. So viele kamen nie mehr zurück. Viele kehrten heim aus Gefangenschaft, „geschunden und krank an Leib und Seele“, viele auch kamen, die ihrer Heimat beraubt, vertrieben waren.

Sie begann in einer Zeit der Hoffnungslosigkeit und des Chaos.

Sie begann mit jungen Menschen, die eben dies erlebt und erlitten hatten, deren Träume und Hoffnungen missbraucht und verraten worden waren und die doch nicht hinnehmen wollten, dass es da keine Zukunft mehr geben könnte.

An diesem 20. Juli 1946 trafen sie sich im Gasthof „Zur Post“. 20 von ihnen gründetenmit viel gutem Willen und einer guten Portion Unternehmungsgeist“ einen Verein, der sich – als Ortsgruppe Staffelstein – dem wieder gegründeten Verband „Touristenverein Die Naturfreunde Deutschland“, konkret dem Landesverband Bayern, anschloss.

Zum ersten Vorsitzenden wurde mit Kurt Königs einer der Initiatoren gewählt. Ein Jahr später, am 17. Juli 1947, übernahm Heinz Schmidt die Vereinsführung.

Schon die erste Jahreshauptversammlung – der Verein zählte bereits 87 Mitglieder – konnte durch eine „Singgruppe“ instrumental durch Mandolinen und Gitarren verstärkt, einen besonderen Rahmen aufweisen. Eine Gruppe war dies „die bereits im ersten Vereinsjahr einen nicht geringen Teil zur Aufwärtsentwicklung des Vereins beitrug“.

Welchen Gemeinschaftsgeist und welche Dynamik unser noch junger Verein schon entwickelt hatte, mag man daran erkennen, dass bereits im gleichen Monat Verhandlungen – mit dem Ziel, zum Bau eines Wanderstützpunktes, ein Grundstück am Staffelberg und/oder am Löwenthal zu erwerben – geführt wurden. Dass diese nicht zum Erfolg führten, werten wir heute durchaus als positiv, denn welch schönen Platz hat man mit dem Dornig gefunden, ohne unseren (Bad) Staffelsteiner Hausberg zu belästigen.

Im gleichen Jahr auch – 1947 – erhielt der Verein seine endgültige Lizenzierung durch die Militärregierung, verbunden mit der Erlaubnis, eine Jugendgruppe zu gründen, Max Kohles wurde ihr erster Leiter.

1948 übernahm Fritz Boslau den Vereinsvorsitz.

Und im Februar des gleichen Jahres konnte der Pachtvertrag für das Baugelände unterhalb des Dornig geschlossen werden. „Einen Monat später begannen die Erdarbeiten. Zu Baubeginn standen 388 Reichsmark zur Verfügung, das Bauholz wurde von einer abgerissenen Scheune gewonnen, die Betonsteine wurden selbst gefertigt. Der felsige Baugrund stellte schwierigste Anforderungen, eine geeignete Zufahrtsstraße war nicht vorhanden.“

Trotz dieser widrigen Umstände konnte schon im August 1949 Richtfest gefeiert werden. Ein Jahr später gelang es, das Gelände käuflich zu erwerben. Nach 14.000 Arbeitsstunden erfolgte dann am 6. Juli 1952 die Einweihung unseres Hauses “Am Dornig” … und bereits 1953 wurde eine Erweiterung des Hauses beschlossen, um auch größere Gruppen beherbergen zu können.

Aber auch während dieser überaus arbeits- und zeitintensiven Bauphase wurde das Vereinsleben nicht vernachlässigt – im Gegenteil:

  • Am 01. Mai 1948 wurde das erste „Mai-Singen“ der Singgruppe am Marktplatz und am 1. Mai des Folgejahres der erste Weckruf durch die Straßen unseres Städtchens durchgeführt.
  • Am 25.05.1948 wurde – unter Leitung von Edith Müller die Kindergruppe gegründet.
  • Am 15.5.1950 trat die Singgruppe, instrumental durch einige Mandolinen und Gitarren verstärkt, erstmals auf dem Marktplatz in Staffelstein auf. Aus dieser „Singgruppe“ mit Mandolinen- und Gitarrenspielern bildete sich im Jahr 1952 die heutige, weit über den Landkreis beliebte Klampfengruppe.
  • Und als ihr erstes offizielles Konzert darf wohl ihr Auftritt – 1954 – in Coburg gewertet werden.
  • Am 23.10.1950 wurde im Capitol-Kino ein Dia-Vortrag veranstaltet: „Quer durch Hoch-Tirol“, die erste Veranstaltung dieser Art – und ein voller Erfolg.

Auch bildete sich eine Tischtennis- und bald darauf eine Judoabteilung. Gruppen, die später die Vielfalt in unserem heimischen Turn- und Sportverein mit ausmachen sollten.

Bereits am 12. Mai 1949 hatte Konrad Müller, für über 10 Jahre, die Vereinsführung übernommen,. Unter seiner Leitung entstanden die beiden großen Vereinshäuser, eben das Haus „am Dornig“ und später dann (1957) das ‚Stadtheim‘, unser heutiges „Angerstübla“.

Auch schon 1952 wurde der erste Staffelberg-Ski-Abfahrtslauf, unter Leitung von Fred Jiptner, durchgeführt.

Ein Vereinshaus in der Stadt, in dem die immer vielfältigere Vereins- und Gruppenarbeit stattfinden konnte, war das nächste große Vereinsziel. Also wurde bereits im Januar 1954 der Beschluss gefasst, auch ein Haus direkt in Staffelstein zu errichten. Nach erneuter tatkräftiger Hilfe der Mitglieder erfolgte zum 10-jährigen Vereinsjubiläum 1956 die Einweihung des „Stadtheimes“.

Im Januar 1960 übergab Konrad Müller die Vereinsführung in die Hände von Adolf Bäumler. Er selber wurde – in Anerkennung seiner maßgenblichen Verdienste im Jahre 1964 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Der Verein zählte nun 261 Mitglieder. Ein reges Vereins- und Gruppenleben eröffnete allen Mitgliedern beste Möglichkeiten, sinnvolle Freizeitbeschäftigung in harmonischer Gemeinschaft zu finden. Natürlich kamen auch gesellige Veranstaltungen wie Theaterbesuche, Vereinsfahrten, Weinfeste, Hüttenabende, Faschingsveranstaltungen und Feiern nie zu kurz.

Zwei schöne Häuser standen nicht nur den Mitgliedern zur Verfügung sondern fanden allgemein viel Zuspruch.

Jetzt war es das große Glück des Vereins, in Adolf Bäumler genau den Vereinskapitän gefunden zu haben, der nicht nur zur Erhaltung und Verwaltung des Geschaffenen in der Lage war, sondern der es auch – in seiner ganz eigenen Art – ebenso gut verstand, die Gemeinschaft wiederum ein großes Stück voranzubringen.

Aktivitäten allenthalben:

  • 1960 gründet sich eine Schachgruppe und eine Fotogruppe richtete sich eine eigene Dunkelkammer im Vereinsheim ein.
  • Die Klampfengruppe kommt – erstmals – ins Fernsehen, sie begleitet 1966 die „Goethe-Wanderung“ musikalisch durch ihre Heimatstadt Staffelstein.
  • Die seit 1967 durchgeführten Volkswanderungen wurden mit eingeführt und ausgerichtet und der Naturlehrpfad um den Dornig auf einer Strecke von 6.5km mit ausgebaut.
  • Im gleichen Jahr – 1967 – wurde unser ‚Stadtheim’ grundlegend umgestaltet und modernisiert.

Staffelberg-Abfahrtsläufe waren längst zur regelmäßigen Einrichtung geworden und führten im Januar 1968 zur Gründung einer Skiabteilung. Am 6. Januar 1968 wurden übrigens ca. 3.000 Zuschauer am Staffelberg gezählt.

Und wieder war unser Dornig-Haus zu klein geworden, der Vereinsausschuss traf 1968 eine schwere Entscheidung: es wurde nahezu völlig umgebaut, nach den Plänen von Erich Dittel. Der Umbau war 1969 abgeschlossen – für den Verein allerdings mit enormen neuen Verbindlichkeiten. Aber auch diese Finanzkrise wurde unter Leitung von Adolf Bäumler gemeistert. Der Vereinsgeist der 50er Jahre war wieder da, mit einer verschworenen Gemeinschaft von Mitgliedern, die bis 1980 die Bewirtschaftung des Hauses selbst durchführte. Ende 1982 war der Verein zum dritten Mal in seiner Geschichte schuldenfrei.

1969 wechselte unser Verein die Ortsgruppe Staffelstein von den unterfränkischen zu den oberfränkischen Naturfreunden.

Im Januar 1970 schlug die Geburtsstunde der Bergsteiger- und Bergwanderabteilung. Die Gründungsväter, Alois Raschke und Wally Wiedel, versammelten eine bergbegeisterte Schar um sich und verstanden es bestens, aus dem Stand eine sehr aktive und dynamische Gemeinschaft zu formen. Ohne finanzielle Belastungen für den Hauptverein wurde eine Schutzhütte “Am Kemitzenstein”; gebaut und bereits am 6. Mai 1972 eingeweiht.

Im September 1971 konnten wir dann unser 25jähriges Jubiläum im Rahmen einer Festwoche in beeindruckender Weise begehen. Die Mitgliederzahl hatte nun schon die „Fünfhunderter-Grenze“ überschritten. Die Vereinsarbeit stand nun im Vordergrund, und wir konnten (und können das bis heute) unseren Vereinsmitgliedern immer wieder ein pralles und vielfarbiges Veranstaltungsprogramm bieten. Die einzelnen Fachabteilungen zogen stetig neue Mitglieder an und rundeten mit ihren Veranstaltungen und Aktivitäten die große Angebotspalette des Gesamtvereines bestens ab. Wir waren in Staffelstein zu einem anerkannten und bedeutenden Verein herangewachsen.

Nach 17 Jahren Vereinsvorsitz übergab unser Adolf Bäumler am 26. März 1976 die Vereinsverantwortung an Georg Müller, den Sohn des Ehrenvorsitzenden Konrad Müller. 1978, ein Jahr nach diesem Führungswechsel, war in einem Zeitungsbericht zu lesen:

“Innere Geschlossenheit verbunden mit immensen Aktivitäten demonstrierte am Samstagabend im Stadtheim anlässlich der 31. Jahreshauptversammlung der Touristenverein “Die Naturfreunde”, mit über 700 Mitgliedern die zweitgrößte Vereinigung in der Adam-Riese-Stadt”.

Dem Verein war es gelungen, mit Georg Müller, zum dritten Mal in Folge, die Position des Vorsitzenden bestens zu besetzen.

Doch muss auch über weniger schöne Ereignisse berichtet werden. So vom ‚Jahrhundert-Hochwasser‘, das am 22. Mai 1978 unsere Heimatstadt heimsuchte und auch unser Stadtheim nicht verschonte, im Keller stand das Wasser einen Meter hoch, unser Geschäftszimmer hatten wir gerade erst „nach unten“ verlegt …

Und gerade mal 4 Jahre nach dem Hochwasser – am 06. Juni 1982 – verursachte ein Brand im Stadtheim ebenfalls hohen Sachschaden, nur der Aufmerksamkeit eines Nachbarn war zu verdanken, dass unser Haus nicht vernichtet wurde.

Zwei Jahre vorher, am 23. März 1980, erlitt der Verein durch den plötzlichen Tod des Ehrenvorsitzenden Konrad Müller einen schmerzlichen Verlust. Am Abend vorher hatte er noch, zur Jahreshauptversammlung, die Ehrung der Jubilare durchgeführt. Adolf Bäumler schrieb hierzu:

“Die Naturfreunde Staffelstein verloren mit ihm ihr profiliertestes Mitglied und viele von uns einen persönlichen Freund. Wer die Geschichte der Ortsgruppe aufmerksam verfolgt, kann ermessen, was Konrad Müller für die Staffelsteiner Naturfreunde geleistet hat. Sein Name wird unauslöschbar mit unserer Vereinigung verbunden bleiben, denn er hat durch seine Ideen, Arbeitskraft und Einsatzbereitschaft die Basis für unseren heute so stolzen Rückblick geschaffen.”

Zur Erinnerung an ihn wurde ab 1981 die traditionelle “Südweg-Wanderung” in “Konrad-Müller-Gedächtnis-Wanderung” umbenannt.

Aber immer lebten wir unseren Verein weiter … Nochmals zurück in’s Jahr 1979: da wurde unser Verein, als Staffelsteiner Ortsgruppe, mit der Ausrichtung der “Bayerischen Landesversammlung der Naturfreunde” beauftragt. Ein großer Bunter Abend, organisiert von der Klampfengruppe, wurde von den über 300 Delegierten aus ganz Bayern begeistert aufgenommen.

Zur 850-Jahr-Feier der Heimatstadt – 1980 – steuerten auch wir zwei hochgelobte Veranstaltungen bei:

  • wir luden zur Sternwanderung zu unserem Haus „Am Dornig“ ein und über 90 Vereine nahmen teil,
  • am 29. Juni war der Bayerische Rundfunk zu Gast, unsere Klampfengruppe sandte musikalische Grüße aus Staffelstein.

In Dankbarkeit für seine großen Verdienste wurde Adolf Bäumler im März 1981 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Für unsere Wintersportabteilung hatten wir einen Hang oberhalb von Romansthal gepachtet – wenn überhaupt: einer der schneesichersten Hänge in unserer Region. Im Dezember 1983 wurde dort der Skilift aufgebaut . 2 Jahre später komplettierte unsere Skiabteilung ihr Wintersportgebiet durch den Bau einer Skihütte.

Im Juni 1986 richteten wir bei uns die Bundeswandertage der Naturfreunde aus. Unser damaliger Landesvorsitzender und bester Freund Andreas Lautner meinte: „Die Staffelsteiner Naturfreunde sind eine Perle des Landesverbandes.“

Ebenfalls 1986 feierte unser Verein dann vom 4. bis 12. Oktober sein 40jähriges Bestehen mit einer beeindruckend ausgeschmückten Jubiläumswoche. Der Verein zählte nun 845 Mitglieder. Besondere Anerkennung erfuhr wiederum die Klampfengruppe > Bürgermeister Leutner: “Seit 40 Jahren ein kulturelles Aushängeschild der Stadt.”

Den Jubiläums-Diavortrag hatten Peter Kruppa und Karl-Heinz Müller gestaltet. Auf ihre Anregung hin traf im Frühjahr 1987 eine Gruppe engagierter Hobby-Fotografen zusammen und gründete – zum zweiten mal in der Vereinsgeschichte – eine Fotogruppe. Eine kleine aber sehr aktive Abteilung, die seit ihrem Bestehen zahlreiche Fotokurse, –ausstellungen und Diavorträge präsentierte, und dadurch immer wieder „die Liebe zu ihrer Heimat und ihrer Heimatstadt in allerbester Weise unterstrich“. Ein ganz besonders guter und aktueller Beitrag hierzu sind die seit 2010 alljährlich präsentierten Fotokalender.

Besondere Anerkennung seiner intensiven Naturschutzarbeit konnte Naturschutzreferent Michael Bäumler erfahren. Der seit 1964 vom Verein gepachtete und von ihm und einer kleinen Helferschar gepflegte Morgenbühl wurde – auf seinen Antrag hin – 1993 als besonders schützenswert, als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Die Großfahrten des Vereins, organisiert vom Vorsitzenden Georg Müller, führten nun auch in weiter entfernte Regionen und erfreuten sich großen Zuspruchs. So wurden Gruppenreisen nach Süditalien, Malta, Korsika, Sizilien und bis nach Ägypten durchgeführt.

Und im Jahre 1996 konnten wir unser 50-jähriges Vereinsjubiläum begehen. „Der Verein hat mittlerweile in unserer Stadt, im Landkreis, in ganz Bayern, eine Stellung eingenommen, die sich die Gründungsväter vor mehr als 50 Jahren wohl kaum hätten vorstellen können.“

Im Landesverband leisteten wir ‚Kleinstädter‘ – bayernweit – die höchsten Beitragsabgaben. Zu verdanken war dies dem immer vorhandenen großen Engagement zahlreicher Vereinsfreunde, der von der ersten Stunde an herrschte: sich nie auf dem Geschaffenen auszuruhen, sondern die Ideen und Gedanken immer wieder in der Zukunft umzusetzen.

Im März 2001 sah sich Georg Müller, der 25 Jahre lang als Vorsitzender den Verein erfolgreich geführt hatte, aus beruflichen Gründen gezwungen, dieses Amt aufzugeben, er war ein Jahr vorher zum Bürgermeister unserer Stadt gewählt worden. Die dankbaren Vereinsmitglieder ernannten ihn in dieser Jahreshauptversammlung zum Ehrenvorsitzenden.

Die Nachfolge übernahm für die nächsten sechs Jahre sein Bruder Karl-Heinz Müller.

Am 30.09.2004 verstarb unser Adolf Bäumler. Mit ihm, verloren wir zum zweiten mal einen großen Vereinsregisseur. Was er – 1980 – zum Tode Konrad Müllers schrieb, wäre für ihn hier zu wiederholen. Ersterer war Pionier und Motor der Gründer- und Aufbauzeit, Adolf war derjenige, dem es bestens gelang, unseren Verein nicht nur zu erhalten sondern weiter auf- und auszubauen.

Auch das 60-jährige Vereinsjubiläum reihte sich – im September 2006 – mit einer Festwoche, rund um unser Vereinsheim in Bad Staffelstein, nahtlos in die gelungenen Jubiläen des Vereins ein.

Im März 2007 übernahm Georg Müller wieder das Amt des Vereinsvorsitzenden und nach bestens gelungener Modernisierung und Renovierung unseres Vereinsgasthauses wurde es im Oktober 2008 vom Vereinsheim&xnbsp; zum urgemütlichen Vereinsgasthaus >>> vom Stadtheim zum „Angerstübla“.

Das Jahr 2011 erbrachte eine Zäsur für unseren Verein:

  • wir verließen den Dachverband „Die NaturFreunde, Landesverband Bayern”
  • wir überarbeiteten unsere Vereinssatzung
  • und gaben uns eine neuen Namen:

Kultur- und Freizeitfreunde e.V. Bad Staffelstein

Seit der Gründung, im Jahre 1946, also 64 Jahre lang, hatte es eine stete Aufwärtsentwicklung in unserer Vereinsfamilie gegeben. Dies mag man aus den alljährlich gewachsenen Mitgliederzahlen ersehen, viel besser aber sicher aus unserer Vereinsgeschichte insgesamt.

Mit diesem Bericht können wir diese, unsere Geschichte, nur anreißen.

Wolltest Du, lieber Leser, tiefer einsteigen, müssten wir auf unser ‚Geschichtsbuch‘ verweisen: das sind gesammelte Zeitungsausschnitte und Sitzungsprotokolle aus über 6 1/2 Jahrzehnten. Sie veranschaulichen und dokumentieren unser Vereinsleben umfassend und beeindruckend -&xnbsp; über ein Meter Aktenordner > Fotos und Berichte > Papier nur – und für uns doch so viel mehr !

Vielmehr noch zählen die Erinnerungen unserer Gemeinschaft, Erinnerungen an viele schöne und unvergessliche Erlebnisse in der Gemeinsamkeit unserer Staffelsteiner Vereinsfamilie.

Freilich, auch manche Mühe und manches Ärgernis, manche Differenzen waren zu bewältigen und auszutragen … ausgetragen und zum Guten gewendet durch die eigene Kraft unserer – ich wiederhole mich: Staffelsteiner Vereinsfamilie.

Durch die eigene Kraft, durch aktivste Gruppenarbeit, getragen von Idealismus und Motivation vieler Aktiver und auch durch die Teilnahme und Teilhabe eine großen Anzahl passiverer Mitglieder, waren wir zum zweitgrößten Verein unseres Heimatstädtchens herangewachsen (und zum größten Beitragszahler an den Dachverband).

Nicht unerheblich für den großen Zuspruch war aber auch unsere moderate Beitragsgestaltung. Dem Ziel – von Anfang an – nicht nur Einzelmitgliedern sondern ihre ganzen Familien zu erreichen, einzubinden und so an unseren Aktivitäten und Freizeitangeboten die Teilhabe zu ermöglichen – Familienfreundlichkeit eben, räumten Vorstandschaft und Gesamtausschuss höchsten Stellenwert ein. Besonders also auch unsere familiengünstigen Beitragsstrukturen führten mit zum Erfolg, zur großen Akzeptanz, zur großen Mitgliederzahl. Hiervon profitierte – wie schon angedeutet – über Jahrzehnte hinweg – der Dachverband, der ‚Landesverband der NaturFreunde Bayern’ ganz wesentlich, der mehr als 65 % – also 2/3 unserer Beitragseinnahmen abschöpfte … und deshalb auch wissentlich unsere vereinsinternen Beitragsstrukturen duldete …

… bis auf Bundes- und dann (2007) auf Landesebene beschlossen wurde, die Mitgliederverwaltung sukzessive den eigentlich selbständigen Ortsvereinen zunächst durch zentrale Registrierung und Mitgliederausweisvergabe zu entziehen. Wesentliche persönliche Daten der Ortsgruppenmitglieder sollten – ohne vorher deren Einwilligung einzuholen – über den Landesverband an die Verbandszentrale in Berlin gemeldet werden.

Mit der Trennung vom Naturfreunde-Verband vollzogen wir eine sehr schmerzliche aber auch notwendige Loslösung von einer Organisation, die uns in nicht mehr zumutbarer, und der Masse unserer Mitglieder auch nicht mehr vermittelbarer Weise Mitgliedsbeiträge und damit Liquidität entzog — in einer Größenordnung, die in keinem vertretbaren Verhältnis stand zu dem Nutzen des Verbandes. Selbst unter Berücksichtigung aller geforderter (finanzieller) Solidarität, die wir ja über Jahrzehnte in überhöhtem Maße eingebracht hatten > 2/3 unseres Beitragsauskommens war abzuführen.

Bereits 2001 hatte uns die (vorübergehende) Zahlungsunfähigkeit der Bundesgruppe geschockt. Der Verkauf des Kanzelwandhauses und weitere alarmierende Meldungen und die Angst, für das Geschäftsgebaren der Bundesverantwortlichen – aufgrund sog. ‚Durchschlagshaftung’ – aufkommen zu müssen, trugen zu unserer Entscheidung ebenso bei, wie immer wieder von uns geforderte Zurückhaltung und Neutralität in parteipolitischen Angelegenheiten.

Letztlich bestätigte uns aber auch das Verhalten der Landesleitung, während des Trennungsverfahrens, von der Richtigkeit unserer Entscheidung. Bis zum letztmöglichen Zeitpunkt scheuten sie sich nicht, uns Vereinsgelder abzufordern, bis hin zur Erstattung von Strafanzeigen.

Was uns allerdings viel mehr noch schmerzte, war die dadurch bedingte Abspaltung zweier Vereinsabteilungen, der Bergsteiger- und der Wintersportabteilung, bereits zum Jahresende 2011. Beide Gruppen hatten sich – insbesondere aus sportlich-organisatorischen Gründen – gegen eine Trennung vom Dachverband ausgesprochen.

Hier gelang es allerdings, im gemeinsamen Suchen und Bemühen, eine ordentliche und faire Auseinandersetzung zu erreichen:

Den beiden Gruppen wurden die Schutzhütte am Kemitzenstein und der Skihang oberhalb von Romansthal inkl. Skilift und -hütte übertragen und ihnen wurde der Vereinsaustritt – durch unseren Verzicht auf deren Einhaltung von Kündigungsfristen – ermöglicht.

Der Landesverband billigte uns nicht einmal dieses Entgegenkommen zu sondern lehnte es ab, ausschließlich um nochmals für ein ganzes Vereinsjahr sogar 70 % der Beitragseinnahmen einstreichen zu können.

So griff unsere Kündigung, unsere tatsächliche Unabhängigkeit erst zum 31.12.2012.

Doch auch in dieser schweren Zeit der Auseinandersetzung blühte und lebten wir unser Vereinsleben weiter.

Im Februar 2011 gründete sich eine neue sportlich ausgerichtete Gruppe: die das traditionelle Bogenschießen begeistert betreibt. Auf dem eigenen Vereinsgelände – am Dornig – wurde eine kleine aber schöne, den vorgegeben Sicherheitsstandards entsprechende (behördlich abgenommene) Waldschießanlage eingerichtet.

In der Jahreshauptversammlung, im März 2012, übernahm Bernd Freisleben – zunächst für ein Jahr – den Vereinsvorsitz.

Auch während dieses gesamten Jahres 2012 lebten wir – nunmehr halt ohne unsere ehemaligen Abteilungen Bergsteigen und Wintersport – unser erfüllendes Vereinsleben weiter.

Unsere Klampfengruppe feierte mit zahlreichen erfolgreichen Auftritten ihr 60-jähriges Gruppenjubiläum — mit einem absoluten Höhepunkt, der sich würdig in die Reihe der großen musikalischen Bunten Abende und Konzerte der vergangenen Jahrzehnte einreihte: einem großen bunten Abend in der Adam-Riese-Halle&xnbsp; mit weit über 800 begeisterten Zuhörern – am 01. Dezember 2012.

Nun schreiben wir das Jahr 2013.

Wir haben – am Samstag, dem 16. März 2013 – unsere 66. Jahreshauptversammlung durchgeführt. Wie in den vielen Jahrzehnten vorher – vor dem Jahr 2007 – konnten wir endlich wieder eine Versammlung in familiärer Harmonie durchführen und genießen.

Georg Müller übernahm wieder die Vereinsführung und Bernd Freisleben ist ins zweite Glied, als sein Stellvertreter, zurückgetreten.

Und wir konnten und können wieder – wie in den sechs Jahrzehnten vorher – ohne fordernde Verbandsfunktionäre – und erstmals ohne die alljährlichen Zweidrittelabgaben an den Dachverband erfüllen zu müssen, über die Beiträge unserer Vereinsgemeinschaft selbst und insgesamt verfügen.

So können wir nun hoffnungsvoll in eine gute Vereinszukunft blicken und diese gestalten. Gerade so, wie es jene Freunde – Konrad Müller; Adolf Bäumler – und die vielen weiteren Vereinsfreunde, die wir hier nicht namentlich benannt haben, uns vorgelebt haben.

Hier ist unsere Geschichte zum Ausdrucken!

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